Schon wieder! Europas Stromnetz stand letzte Woche kurz vor dem totalen Blackout

DWN:

Europas Stromnetz stand kurz vor dem totalen Blackout

Im europäischen Stromnetz sackte die Netzfrequenz letzte Woche plötzlich ab, was fast zu einem totalen Blackout führte.

„Der Fehler in der Leistungsbilanz des Netzes war größer als die zu dem Zeitpunkt aktivierte Primärregelleistung (über 2,6 GW)“

Saurugg.net (Hervorhebung durch die Redaktion):

Jänner 2019: Kritische Ereignisse und Erkenntnisse

Netzfrequenz auf 49,8 Hertz: An der Grenze zur Störung!

Am 10. Jänner 2019 sackte die Netzfrequenz im europäischen Verbundsystem um 21:02:06 Uhr auf 49,8 Hertz ab (Unterfrequenz). … wurde diese Schwelle am 04. November 2006 erreicht bzw. unterschritten, was zum bisher größten Stromausfall in Europa mit rund 10 Millionen Haushalten ohne Strom führte. Es handelte sich damals um kein Blackout, sondern „nur“ um eine Großstörung.

„Unsere Systemführung wacht darüber, dass die Frequenz 49,8 Hertz nicht unter- und 50,2 Hertz nicht überschreitet – sonst droht ein Zusammenbruch des Netzes.“, amprion

Die Beobachtung wurde durch Markus Jaschinsky von www.netzfrequenz.info gemacht. Er hat mittlerweile ein Kommentar online gestellt. Thomas Gobmaier von www.netzfrequenzmessung.de hat nun ebenfalls ein Kommentar online gestellt: „Dies ist bemerkenswert, da bei diesem Wert der Regelbereich der Primärregelleistung zu 100 % ausgereizt ist und erste automatische Abschaltmaßnahmen zur Vermeidung eines weiteren Frequenzeinbruchs aktiv werden (siehe Abschaltkriterien).“

Conclusio

Am 10. Jänner sind scheinbar mehrere wesentliche Faktoren zusammengetroffen:

  1. Der Stundenhandel, der regelmäßig zu Frequenzeinbrüchen um 0,1 Hz führt und damit 50% der Reserve aufbraucht
  2. Ein möglicher (nicht gesicherter) Kraftwerksausfall oder Datenfehler(?) in der Größenordnung von ebenfalls rund 0,1 Hz (1,5 GW)
  3. Eine Pumpspeicherkraftwerkeszuschaltung in Deutschland, die schlagartig den Bedarf erhöht hat

Einschätzung von Thomas (www.netzfrequenzmessung.de)

  1. Der Fehler in der Leistungsbilanz des Netzes war größer als die zu dem Zeitpunkt aktivierte Primärregelleistung (über 2,6 GW).
  2. Die Dienstleistung zur Erbringung von Primärregelleistung wurde in diesem Zeitraum von vielen Kraftwerken nicht eingehalten.

Ergänzende Informationen

Maßnahmen im Erzeugungsbereich bei Unterfrequenz ab 49,8 Hz

Maßnahmen im Erzeugungsbereich bei Unterfrequenz ab 49,8 Hz

2 Gedanken zu “Schon wieder! Europas Stromnetz stand letzte Woche kurz vor dem totalen Blackout

  1. Sinnierender

    Ist überhaupt vorstellbar, was für volkswirtschaftliche Schäden ein Blackout nach sich ziehen würde? Eventuell wäre so ein Blackout durchaus heilsam, dass gewisse Energie-Traumtänzer aus ihren utopischen Vorstellungen aufwachen würden oder müssten.

    1. Vorsicht beim Wünschen ist hier angesagt. Sollten Deutschlands Nachbarnetze zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Probleme haben und somit das europäische Stromnetz sehr instabil, könnte das zu einem tagelangen Blackout führen, Die Notstromversorgung europäischer Atomkraftwerke läuft im Schnitt über 72 Stunden.
      Wie man danach die Kühlung der notabgeschalteten AKW‘s bewerkstelligt…

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