Revolution voraus: Enorm viele Franzosen halten sich für arm

48 % der Franzosen sagen sie seien arm oder sie seien schnurstracks auf dem Weg in die Armut. 48 Prozent!

Großunternehmen bestätigen diese Aussage der Franzosen. Sie richten ihre Produktpalette auf die neue Armut aus.

Was folgt daraus? Denken Sie getrost mal an 1789 oder an 1848. Erliegen Sie nicht dem Irrtum anzunehmen Franzosen würden denselben Zirkus mit sich veranstalten lassen wie Deutsche.

Testosteronepit:

The Alarming “Sense Of Pauperization” in France

In France, 48% of the people considered themselves either living in poverty or on the way to living in poverty. The sobering results of a survey released just ahead of the National Conference of the Fight against Poverty. It’s going to be a big conference—a sign the government is taking poverty seriously. Prime Minister Jean-Marc Ayrault had announced it in September under the motto, “Imagine the social policies of the 21st centruy.”

It will take place in Paris on December 10 and 11 at the Iena Palace, home of the Economic and Social Council, which advises the National Assembly and the Senate on social and economic policies. President François Hollande himself will kick it off. Ayrault will close it. Sandwiched between them will be ministers, representatives of anti-poverty associations, and even people who live in poverty. The goal: a roadmap for social questions in Hollande’s five-year term.

It was one of his campaign promises. “The first time that the poverty has become a political topic that a President seizes,” said Bruno Grouès, coordinator of Alerte, an umbrella organization of 35 anti-poverty associations.

The largest consumer companies are already reacting to “the logic of pauperization,” as L’Oréal CEO Jean-Paul Agon had called it. Unilever, the third largest consumer products company in the world, was adjusting its commercial strategy by redeploying to Europe what had worked in poor countries of the developing world. E.Leclerc, the number one retailer in France, confirmed that poverty is a new commercial reality [read…. The “Pauperization of Europe”].

In France, poverty is linked to the private sector that is atrophying and shedding jobs. Unemployment numbers have been like Chinese water torture, rising relentlessly since mid-2011 to reach 10.3%—the worst since 1999. Youth unemployment hit 24.9%, the highest since the data series began in 1996. And there is no letup in sight.

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2 Gedanken zu “Revolution voraus: Enorm viele Franzosen halten sich für arm

  1. Ausrufer

    Heutzutage fühlen sich schon viele arm, wenn sie kein Auto haben. Zu meiner Zeit als Schüler hatten in einem 3000 Seelendorf nicht mehr als ein dutzend Gutbetuchte ein Auto. Fleisch zu fressen gab es vielleicht 2x die Woche, an Weihnachten einen Leberkäse und zu Ostern als Festschmaus des Jahres ein selbstgemästetes Hähnchen. Ein neues Fahrrad kostete die Hälfte einer Arbeiter-Monatslohns, Wochenarbeitszeit 48Stunden, Urlaub gab es im Jahr zwei Wochen, der zuhause verbracht wurde. Ich bin deswegen nicht gestorben und meine, eigentlich eine recht schöne Jugendzeit verbracht zu haben.

    1. Damals war etwas Entscheidendes anders, zumindest in Deutschland, der Trizone alias Bundesrepublik: Die Spreizung des Entgeltes, das Arbeitende verdienten, lag bei dem Zehnfachen oder 15-fachen, allerhöchstens beim Zwanzigfachen. Auf Deutsch: Ein ungelernter Arbeiter bei einer Akteingesellschaft verdiente im schlimmsten Fall pro Stunde ein Fünfzehntel (maximal Zwanzigstel) dessen was der Vorstandsvorsitzende dieser AG verdiente. Ein Hilfsarbeiter bei einer Firma verdiente damals ein Zehntel oder ein Fünfzehntel dessen was der Chef der Firma als Einkommen kassierte. Die Behauptung von eben ist eine nachprüfbare bewiesene Tatsache. So war es bis in die späten 1960-er.

      Heute aber ist die Spreizung der Arbeitseinkommen extrem krass, hantiert wird mit dem Dreihundertfachen.
      Dieser Unterschied ist asozial, zerreisst die Sozietät und ist durch nichts gerechtfertigt. Die einen verdienen durch ihre Arbeit nicht mehr genug um Heizung, Strom, Gas, Miete, Essen zu zahlen und die anderen treffen im Vorstand oder Aufsichtsrat am laufenden Band Fehlentscheidungen für die sie honoriert werden mit dem dreihundertfachen Stundenlohn des anständigen Malochers.
      Simultan fließen Milliarden an Profit in private Taschen und sobald diese Spekulationsgeschäfte in die Hose gehen werden die aberwitzigen Verluste dem Volke aufgeladen, dabei besteht die einzige Rechtfertigung für Spekulationsprofit darin etwaige Verluste aus derselben Tasche zu bezahlen, in die die Gewinne gesteckt wurden.

      Wofür man bei Kanzler Adenauer – Buchführungslügen – geradewegs ins Zuchthaus gekommen wäre, das wird heute von Banken, Versicherungen, Vorständen praktiziert, Bewertung von wertlosen Papieren nach frei erfundenen Phantasiezahlen. Die Ehre ist weg. Die Ehrbarkeit ist verschwunden. Sobald der gemeine Arbeitnehmer das bemerkt ist mindestens in Frankreich etwas geboten, da bleibt dann keine Träne ungeweint.

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