Mai 7, 2009...12:54

USA: Wirtschaftsverstümmelte sammeln sich in Zeltstädten

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USA Today bringt einen ausführlichen Bericht über die wachsende Zahl menschlicher Opfer der Systemkrise. Der Artikel hat schon knapp 3000 Kommentare.

Economic casualties pile into tent cities

Es handelt sich um Menschen, die Arbeit und Heim verloren und sich in Zeltstädte flüchten.

Eine neue Einwohnerschaft von Zeltstädten ist entstanden: Sie haben gelernt, haben Schulabschlüsse, Berufsabschlüsse.
Eine amerikanische Organisation zur Beendigung der Obdachlosigkeit schätzte im Januar es werde binnen zwei Jahren durch die Rezession die Zahl der Obdachlosen um 1,5 Millionen steigen.

Jim Marsall erinnert sich genau an diesen wunderschönen Herbsttag.

Die Temperatur war am 19. November 21° Celsius, der Himmel war „total blau“, und das Gelächter aus einer Martini-Bar zog in den Park, wo Marshall, 39, saß und über den ersten Tag seiner Obdachlosigkeit nachdachte.

Jim Marshall recalls everything about that beautiful fall day.

The temperature was about 70 degrees on Nov. 19, the sky was „totally blue,“ and the laughter from a martini bar drifted into the St. Petersburg park where Marshall, 39, sat contemplating his first day of homelessness.

„Ich dachte, ‘Dort war ich selber einmal,’ sagt er über die Barbesucher. „Jetzt denke ich ‘Wo werde ich heute nacht schlafen? Wo esse ich? Wo dusche ich?“

Der arbeitslose Autobauer aus Detroit war letztes Jahr nach Florida gezogen wo er hoffte mehr Glück zu haben Arbeit zu finden. Er fand sie nicht und verbrachte drei Monate lang seine Nächte auf Fußwegen, bevor er am 26. Februar in einer Zeltstadt in Pinellas county, nördlich von St. Peterburg [USA] landete.

„I was thinking, ‘That was me at one point,’ “ he says of the revelers. „Now I’m thinking, ‘Where am I going to sleep tonight? Where do I eat? Where do I shower?’ „

The unemployed Detroit autoworker moved to Florida last year hoping he’d have better luck finding a job. He didn’t, and he spent three months sleeping on sidewalks before landing in a tent city in Pinellas County, north of St. Petersburg, on Feb. 26

Marshall ist unter der wachsenden Zahl wirtschaftlicher Obdachloser, ein Begriff für diejenigen die neuerdings vertrieben wurden durch Entlassungen, Zwangsräumungen oder andere finanzielle Schwierigkeiten, die durch die Rezession verursacht wurden. Sie unterscheiden sich von den chronischen Obdachlosen, den langfristigen Strassenbewohnern, die oft an psychischen Krankheiten, Drogenmißbrauch oder Alkoholismus leiden.

Marshall is among a growing number of the economic homeless, a term for those newly displaced by layoffs, foreclosures or other financial troubles caused by the recession. They differ from the chronic homeless, the longtime street residents who often suffer from mental illness, drug abuse or alcoholism.

Für die ökonomischen Obdachlosen ist das amerikanische Ideal, dass Erziehung und harte Arbeit zu einem angenehmen Leben in der Mittelklasse führen, außer Reichweite geraten. Sie sammeln sich in Motels, Parkplätzen und Zeltstädten, wechselweise verzweifelt und hoffnungsvoll, suchen Arbeit und beten, daß ihr Schicksal sich ändern möge.

For the economic homeless, the American ideal that education and hard work lead to a comfortable middle-class life has slipped out of reach. They’re packing into motels, parking lots and tent cities, alternately distressed and hopeful, searching for work and praying their fortunes will change.

„Meine Eltern lehrten mich immer in der Schule hart zu arbeiten, die High School abzuschließen, auf das College zu gehen, einen Abschluß zu machen und es werde einem gut gehen. Es werde einem besser gehen als der Generation der eigenen Eltern,“ sagt Marshall. „Ich tat alles das…Eine Zeitlang hatte ich wirklich dieses gute Leben, aber heutzutage ist dies nicht die Realität.“

„My parents always taught me to work hard in school, graduate high school, go to college, get a degree and you’ll do fine. You’ll do better than your parents’ generation,“ Marshall says. „I did all those things. … For a while, I did have that good life, but nowadays that’s not the reality.“

„Wir sehen einen Wandel in der Bevölkerung [der Zeltstädte]… Wir sehen viel mehr, die einfach ihre Arbeit und ihr Heim verlieren,“ sagt Sheila Lopez, Geschäftsführerin der Wohltätigkeitsorganisation. „Eine Menge sind arbeitsbereit oder sie arbeiten aber verloren ihr Heim weil sie gekündigt wurden und sie können jetzt nicht zur Arbeit gehen weil sie unrasiert sind, nicht sauber sind, sie leben in einem Auto oder sie leben auf der Straße.“

„We’re seeing a change in the population. … We’re seeing a lot more that are just plain losing their jobs and their homes,“ says Sheila Lopez, chief operating officer of the charity. „A lot are either job-ready or working but have lost their home because they were laid off, or their apartment, and now can’t go to work because they’re not shaven, they’re not clean, they’re living in a car, or they’re living on the street.“
http://www.usatoday.com/news/nation/2009-05-04-new-homeless_N.htm?loc=interstitialskip


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