FREISEKT FÜR ALLE
Deutschland spendiert
2009 = 1918?
Erleben wir heute, 2009, ein neues Versailles?
Deutschland soll heute mehr bezahlen als es ab 1918 bis heute an Reparationen leistete
Damals musste Deutschland alles unterschreiben, es hatte keine Wahl. Heute hat Deutschland die Wahl. Wofür entscheidet sich Deutschland? Wofür entscheidet sich unsere Regierung? Was will das Volk?
In der führenden englischen Tageszeitung Telegraph klärt uns Ambrose Evans-Pritchard auf [Deutsch in Preußisch-Blau sowie Hervorhebungen und Unterstreichungen durch HR]:
Die gewaltigen Ungleichgewichte, die man unter dem verführerischen Schutz der EMU aufgebaut hat, lassen Deutschlands Steuerzahler sich Bailout-Verbindlichkeiten gegenübersehen, die proportional die Kosten der Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg übertreffen. Der politische Boden dafür wurde nicht bereitet. Die EMU wurde dem Deutschen Volk ohne Volksabstimmung aufgezwungen, trotz der tiefen öffentlichen Skepsis und des beissenden Spotts aus der Professorenschaft.
The vast imbalances that have been allowed to build up under the seductive protection of EMU leave German taxpayers facing bail-out liabilities that exceed the cost of reparations after the First World War, in proportional terms.The political ground has not been prepared for this. EMU was foisted on the German people without a referendum, in the face of deep public scepticism and scathing criticisms by the professoriat.
Berlin muss endlich gemäß des Faustischen Paktes liefern, den Deutschlands politische Klasse abgeschlossen hatte, als sie die D-Mark vertauschte gegen die französische Hinnahme der Wiedervereinigung. Es muss entweder den ganzen Weg zu einer EMU Fiskalunion gehen und Verantwortung übernehmen für Italiens öffentliche Verschuldung (111 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im nächsten Jahr), Österreichs Kredite an Osteuropa (70 Prozent vom BIP), die Abenteuer von Irlands Selbstzufriedenheit (400 Milliarden € etwa an Schulden) sowie für Spaniens Häuserkollaps (1 Million unverkaufter Häuser) oder sein halbhundertjähriges Investieren in die politische Ordnung Nachkriegs-Europas gefährden.
Berlin is at last having to deliver on the Faustian bargain made by Germany’s political class when it swapped the D-Mark for French acquiescence in reunification. It must either go the whole way towards EMU fiscal union and take responsibility for Italy’s public debt (111pc of GDP by next year), Austria’s loans to Eastern Europe (70pc of GDP), the adventures of Ireland’s ‘Canary Dwarf’ (€400bn or so in liabilities), and Spain’s housing collapse (1m unsold homes), or jeopardize its half-century investment in the political order of post-war Europe.
[...]
die politische Realität ist, dass 700000 Deutsche dieses Jahr ihre Arbeit verlieren werden, da die Arbeitslosigkeit auf 4, 3 Millionen steigt (IFO Institut). Wähler werden keine Partei freundlich betrachten, die gesehen wird, wie sie Deutsche Ersparnisse nach Irland oder dem Club Med ["Club Meditérrané" = "PIGS"= Portugal, Italien, Griechenland, Spanien] umlenkt.
the political reality is that 700,000 Germans are going to lose their jobs this year as unemployment rises to 4.3m (IFO Institute). Voters are not going to look kindly on any party seen to divert German savings to Ireland or Club Med.
Die Architekten der EMU waren sich völlig bewusst, dass eine Eine-Größe-passt-allen Geldpolitik für total unterschiedliche Nationen im Laufe der Zeit ernste Spannungen schaffen würde. Sie setzten darauf, dass sich dies zu ihrem Vorteil auswirken werde. Die EU würde gezwungen sein eine neue Maschinerie zu schaffen um ihr Investment in den Euro zu gewährleisten. Es wäre eine “wohltätige Krise”, die den großen Sprung nach vorn zur vollen Union vollbringt.
Architects of EMU were well aware that a one-size-fits-all monetary policy for vastly disparate nations would create serious tensions over time. They gambled that this would work to their advantage. The EU would be forced to create new machinery to safeguard its investment in the euro. It would be a “beneficial crisis”, bringing about the great leap forward to full union.
QUELLE: http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/ambroseevans_pritchard/4782749/Will-Germany-deliver-on-the-Faustian-bargain-that-created-monetary-union.html
Er nennt längst nicht alle Schulden anderer Länder, für die Deutschland zahlen soll im Namen der EU: Er nennt nicht die Schulden Portugals, Griechenlands und Osteuropas.
Wir werden zurückkommen auf diesen Beitrag.
Der Originalartikel ist lesenswert: Steinbrück will Deutschland verpflichten, zahlen lassen. Steinbrück ist eingeknickt.
Jahrzehntelang war (und ist) Deutschland Nettozahler in die EU.
Jetzt soll Deutschland mehr Geld zahlen, als es ab 1918 nach dem 1.Weltkrieg an Reparationen leistete. Die Zahlung der damaligen Reparationen hielt an bis in dieses Jahrtausend. Die neuen Zahlungen würden noch nicht geborene kommende Generationen verpflichten.
Was sagt der Deutsche Souverän dazu?
Was sagt der Deutsche Wähler dazu?
Rechnen wir ein wenig. Er nennt von Deutschland zu Zahlendes (er nennt längst nicht alles):
- Italien, 111 % vom BIP 2010
- Österreich 70% vom BIP
- Irland 400 Milliarden €
- Spanien 1 Million Häuser
Italien Bruttoinlandsprodukt 2007 laut Wikipedia: 2.104.666 Mio. US. Dividiert durch 10 => >>> 2104666/10
210466. 210466 Millionen Dollar multipliziert mit 11 (“111%): 210466 * 11
2′315′126 Millionen US $. Also rund 2′300′000 Millionen Dollar, also 2′300 Millarden US-Dollar. Sagen wir ein Dollar entspricht einem €, denn immerhin nehmen wir das BIP von 2007. Somit sind wir bei 2.300 Millarden + 400 Milliarden für Irland, das macht 2700 Milliarden
2.700 € Milliarden für I und IR vom Deutschen Steuergekreuzigten.
Plus 70 % vom BIP Österreichs: BIP 2007 : $373 Mrd. Also 10% = rund 37 Milliarden. 37 Millarden mal 7 (70 %) = 259 Milliarden €.
2.700 + 259 =
= 2.959 Milliarden € für Italien, Irland, Österreich von Deutschland.
Plus 1 Million Häuser in Spanien. Seien wir großzügig und rechnen pro Haus schlaffe 50′000 €. Dann sind 1 Mio mal 50.000: >>> 1000000 * 50000
50′000′000′000 €. Glück gehabt: Schlaffe 50 Milliärdchen, wenn wir Haus zu 50.000 € rechnen. Vielleicht wäre 100.000 pro Haus realistischer? Oder gar 200′000.-? Oder mehr? Entscheiden wir uns für 100.000 pro Haus. Also sind wir bei 100 Milliärdchen € für Spanien.(Hier bin ich wohl zu großzügig, nenne zu kleine Summe. Man müsste hier Immobilienfachmann fragen. Oder grundsätzlich anders vorgehen, beispielsweise auch hier BIP als Richtschnur nehmen.)
Gesamt bisher:
3.059 Milliärdchen € für I, ES, IR, A von Deutschland. Nach echtem Geld: 6.118 Milliarden DM.
Wie hoch ist Staatshaushalt Deutschlands? Ich habe keine Lust jetzt zu suchen und sage: rund 300 Milliarden. Also handelt es sich doch nur um die Gesamteinnahmen des Deutschen Staatshaushaltes aus 10 Jahren. Das ist doch ein Klacks. Das ist doch Kleckerkram.
Falsch. Ich war zu großzügig:
Also teilen wir die 3.059 Milliärdchen für Österreich, Italien, Spanien, Irland durch den Deutschen Bundeshaushalt von 2008: Wir erhalten rund 11. 11 Jahre Staatshaushalt. Nun muss aber in den 11 Jahren weiter der Haushalt stattfinden….
Es fehlen zudem – leider -
- die Schulden Portugals
- die Schulden Griechenlands.
Es bleibt offensichtlich nur zweierlei:
- Geld pumpen und Zinsen (ZINSEN sagte ich, von TILGUNG habe ich kein Wort verloren) zahlen – Rechnen Sie mal die Zinsen aus für 3.059 Milliärdchen, da bleibt Ihnen die Luft weg – (was voraussetzen würde, dass Deutschland Dumme fände, die Deutschland diese Beträge pumpen würden) oder, besser,
- diese Methode und die wird es sein:
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Was die Zins-chen angeht: 3059 / 100 =
= 30 Milliarden sind 1 %. Realistischerweise müssen wir von mindestens 3 % ausgehen => 90 Milliärdchen Zins-chen pro Jährchen – selbstverständlich ohne Tilgung – = Ein Drittel vom Bundeshaushalt 2008.
Wo fangen wir an zu sparen? Ich schlage vor:
- Schulen
- Kindergärten
- Unis
- Bibliotheken
- Krankenhäuser
Das tun wir schon längst? Na, dann eben stärker sparen. Gürtel enger schnallen. Luft anhalten. Trocken Brot. Brot? Sagte ich Brot? Wo soll Geld für Brot herkommen? Körner. Bestenfalls.

