Am 21.1. monierte ich, daß der Katastrophenveranstaltung HRE (Hypo Real Estate) weitere 12 Milliarden des Steuerzahlers in den Schlund geworfen wurden – Feinheiten sind hier egal, Tatsache ist: der Staat garantiert.
92 Millarden € in Fass ohne Boden – SoFFin-Chef Merl tritt zurück
Heute darf der geneigte Mediennutzer erfahren:
Fass ohne Boden
Hypo Real Estate braucht weitere 20 Milliarden Euro
19. Februar 2009, 06:54 UhrDie bisherigen Hilfen und Garantien haben offenbar ncht gereicht: Hypo Real Estate braucht Medienberichten zufolge weitere Milliarden vom Staat.
QUELLE: www.welt.de
Gleichzeitig bekommt der letzte Chef der Krachbank HRE monatlich rund 50 000.- €. Rente.
Simultan verkündet Steinbrück Deutschland werde kaputte Volkswirtschaften in Europa retten. Obwohl das erstens überhaupt nicht möglich ist weil Deutschland dafür das Geld nicht hat und zweitens fehlt das Geld dann in Deutschland.
Das Geld zur Rettung der HRE ist/wird vom Steuergekreuzigten erarbeitet.
Es ist kontraproduktiv die ganzen Krachbanken retten zu wollen. Abgesehen davon, dass es nicht funktioniert verstösst es gegen DAS Fundamentalprinzip einer freien Wirtschaftsordnung:
Die Berechtigung Gewinne einzustecken resultiert einzig und allein aus der Bereitschaft Verluste aus der eigenen Tasche zu zahlen. Wer den Gewinn einsteckt haftet für die Verluste!
Gegen dieses tragende Prinzip der ehemaligen Wirtschaftsordnung Deutschlands wird seit Monaten massiv verstossen: Gewinne, Tantiemen, Bonuszahlungen verschwinden in privaten Taschen und Verluste in hundertfacher Milliardenhöhe werden der Allgemeinheit = dem Volk = dem Normalmensch aufgeladen.
Bei uns sacken Private den Gewinn ein und die Verluste trägt das Volk.
Das hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. Das hat sogar mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun.
All das weil niemand den [*] in der Hose hat die Krachbanken ihrem wohlverdienten Schicksal zu überlassen.. Sollen sie doch pleitegehen! Sie haben es verdient.
Natürlich wäre es übel die Banken pleitegehen zu lassen. Es käme eine rauhe, herbe, harte Zeit. Ja, selbstverständlich.
Aber, was glauben Sie, was uns diese sogenannten Rettungsversuche bescheren? Im allerbesten Falle, der garantiert nicht eintreten wird, müssten sich die heute 20-jährigen (nicht nur die) und selbst die noch nicht Geborenen dumm und dämlich zahlen für die Irrsinnsschulden, die jetzt gemacht werden. Der letzte Satz handelte vom bestmöglichen Fall. Der wird nicht eintreten.
Der Glaube an Machbarkeit der Wirtschaft ist einigermaßen wahnhaft. Es gibt nun einmal eben Zyklen, Wellen im Wirtschaftsleben. Manche Wellen gehen über Jahrhunderte. Was unsere politische Belegschaft macht: Sie verschlimmert die Lage. Sie wirft Zeitbomben in einen Großbrand.
Ja, es brennt. Um im Bild zu bleiben: Lasst die betroffenen Gebäude abfackeln und hört endlich auf die Substanz zu vernichten um einiger großer Brandherde willen.
Uns fehlt ein Politiker vom Format eines Churchill. Oder Ludwig Erhard. Churchill hielt seine berühmte Blut-Schweiß-und Tränen-Rede. Unsere Politiker tun alles dafür, dass es nicht nur unseren Schweiß kosten wird, sondern sogar unser Blut. Sie strotzen durch die Bank vor Selbstgefälligkeit und Unfähigkeit – betrachten Sie einmal die Kontrollorgane von Banken, Landesbanken, wer da drin sitzt und versagte: Politiker. “Schweiß spart Blut” sagte mal Rommel. Die Lage, in der wir stecken erfordert öltankerweise Schweiß. Unsere Politiker aber versuchen mit exakt den Methoden, die die Krise verursacht haben, die Krise zu beseitigen. Das geht nicht. Es ist als wolle der Brandleger Feuerwehr sein. Folglich werden wir nicht nur Schweiß zu opfern haben.
Was Ludwig Erhard angeht: man kann nachlesen wie heftig er angefeindet wurde Ende der 1940-er und sogar noch Anfang der 1950-er. Er blieb aber standhaft. Er hatte ab Mitte der 1930-er intensiv nachgedacht über die Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft. Zu denen stand er.
Wofür stehen unsere Politiker? (“Stehen” – der war gut! “Stehen” hat etwas zu tun mit Aufrechtsein. Oh, Verzeihung, habe ich doch tatsächlich den Begriff “recht” verwendet.) Wo sind unsere Politiker aufrecht? Beim Skifahren vielleicht, wenn sie einen gesperrten Berg hochrasen, beim Autofahren, wenn sie als Verkehrsminister binnen einer Ortschaft mehr als 100 kmh fahren, wenn sie einem Polizisten über den Fuß fahren mit ihrer schweren Dienstlimousine, wenn sie in gutbezahlten Aufsichtsratsposten sitzen und öffentlich gegen die Banken, in eben deren Aufsichtsrat sie sitzen, wettern? Wenn Brutto mit Netto verwechselt wird – naja, was soll man erwarten von einer Sekretärin für Agitprop der FDJ – und simultan behauptet wird unsere gesparten Cents seien sicher?
Verglichen mit Churchill und Erhard ist unsere politische Belegschaft eine Schönwetter-Schaustellertruppe.
Verglichen mit Churchill und Erhard schrumpfen unsere Politiker zu Minigartenzwerginnen. Aber ihre Arme sind lang und ihre Hände gigantisch. Sie wissen den Weg in die Taschen der Steuergekreuzigten.
Zusammenfassung:
Uns steht Schweiß und Tränen und Blut bevor. Die Wahl die endlich getroffen werden muss: Viel Schweiß und wenig Tränen jetzt? Die Aufschieberitis verschiebt den Preis leider in Richtung zu Tränen und dem Drittgenannten. Vollends unerträglich ist die schamfreie Selbstbedienung von Bankstern.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendeine der etablierten Organisationen zur gefälligen Versorgung zuviel Zeit Habender aka “Parteien” wähle, ist so gering wie die Wahrscheinlichkeit, dass Sonne und Mond ihren Platz vertauschen. Aber wählen werde ich. Meine Kreuzchen werden da sein wo es den verzwergten Politdarstellern wehtut.
