Zone? Eurozone.
Pöhse, pöhse Leute wetten schon darauf, dass die Zone bzw. Euroland auseinanderbricht. Dumm und dämlich kann man sich verdienen mit einer solchen Wette. Mit solch einer Wette machten George Soros und Jim Rogers 1992 Milliarden: Sie waren anderer Ansicht bezüglich des englischen Pfunds als die Bank von England, setzten Geld auf ihre Ansicht und die Bank von England ging in die Kniee.
Warum wetten pöhse, pöhse Schlurche inzwischen auf Zerfall der Zone? Betrachten wir einen Grund. Wir sehen in der abgebildeten Grafik das Auseinanderdriften von Zinsen, die für Staatsanleihen von Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland gezahlt werden. Der Abstand, das Auseinanderklaffen trägt den Ausdruck “spreads”. Es handelt sich schlicht um Zinsdifferenz.
Wenn Sie das Bild anklicken öffnet sich eine PDF-Datei, die es größer darstellt. Quelle ist: eine Behörde des französischen Staates: http://www.aft.gouv.fr/plan.php3?lang=en
Wenn Sie nun noch wissen, dass die Staaten Griechenland, Portugal und Spanien von der Ratingagentur S&P schlechter eingeschätzt wurden seit die abgebildete Grafik entstand, dass die Grafik aus einer Zeit stammt, zu der Griechenland, Portugal, Spanien noch nicht der schlechteren Kreditwürdigkeitsbewertung teilhaftig wurden, dann wissen Sie schon sehr viel. Es ist noch schwerer geworden für Spanien, Portugal, Griechenland an geliehenes Geld zu kommen. Sie müssen die Gläubiger locken. Das Locken funktioniert mit höheren Zinsen. Also steigen die Spreads (Zinsdifferenzen). Folglich knirscht es in der Zone.
Viele Länder wollen 2009 sehr viel Geld pumpen, leihen. Wo soll es herkommen? Potentielle Anleger (die noch so dumm sind überhaupt Staatsanleihen zu kaufen) haben die Wahl:
2009 will Frankreich 175 Milliarden € pumpen, Deutschland 238 Milliarden, Italien 220 Milliarden, Großbritannien 182 Milliarden, Griechenland 53 Milliarden etc. Die USA wollen (müssen) mehr als 1000 Milliarden Euro leihen.
Falls Sie langfristige Staatsanleihen kaufen dann sagen Sie später bitte nicht Sie seien auf diesem Blog nicht gewarnt worden davor!
Eben genannte Summen – die nur dem Jetztstand entsprechen! – sind überschlägig mehr als 1.800 Milliarden Euro!
Woher und von wem soll dies Geld herkommen? Wo wären die potentiellen Gläubiger? Haben Sie ein paar Milliarden Euro flüssig? Ich nicht.
Zu dem, was die Staaten sich pumpen wollen, kommen selbstverständlich Zinsen.
Nehmen wir Griechenland als Beispiel: Weil Griechenland schwach auf der Brust ist muss es höhere Zinsen zahlen => schlechtere Wettbewerbsfähigkeit => schlechtere ökonomische Situation => weniger Einnahmen => Beginn eines Teufelskreises => um überhaupt noch Geld geliehen zu bekommen müssen die Zinsen, die der Gläubiger erhalten soll, weiter erhöht werden => der Staat hat immer weniger Geld für seine eigentlichen Aufgaben (Schulen beispielsweise) weil er mehr und mehr für Zinsen löhnen muss.
Fatal.
Um diesen Teufelskreis möglichst früh zu durchbrechen wird an das Zauberwort “Strukturreformen” gedacht von einschlägigen Kreisen.
Was “Strukturrefomen” in der Praxis bedeuten haben wir Jahrzehnte studieren dürfen: “Strukturreform” bedeutet, dass Ausgaben für Soziales in den Keller gefahren werden, dass die Bedürftigen froh sein können, wenn sie überhaupt noch zu essen haben; dass Ausgaben für Schulen, Unis, Bibliotheken, Krankenhäuser, Kindergärten, öffentlichen Verkehr, Pflegeheime, Kanalisation, Wasserwerke, Rettungsdienste usw. usf. gesenkt werden; dass öffentliches Tafelsilber (beispielsweise Wasserwerke) als Pfand für Kredit genommen werden und dann aus dem Eigentum des Staates verschwinden.
(Warum wohl gibt es heute einen Generalstreik in Frankreich? Warum gab / gibt es Proteste, Demos schon in Lettland, Riga, Bulgarien, Griechenland, Island? – Auch in Madagaskar, dort gab es bisher 34 Tote.)
In Griechenland, dem Land wo es rund 1000 Jahre die platonische Akademie gab, sind jetzt schon die Schulen in einem Zustand, dass jeder Schüler angewiesen ist auf private Nachhilfe – viel Raum für Strukturreformen sehe ich da nicht.
Strukturreform wäre an sich ein neutraler Begriff: Er könnte auch Verbesserung von Strukturen bedeuten. Aber die Praxis der vergangenen Jahrzehnte zeigt (Stichwort IWF [Internationaler Währungsfonds]) dass es immer um Verschlechterung ging wenn das Zauberwort Strukturreform verwendet wurde. Immer wurde auf dem Buckel der Ärmeren gespart. Zur Zeit erleben wir es extrem. Reichen unfähigen Versagern und Luschen in Nadelstreifen werden Milliarden hinterhergeschmissen und aus Berlin rennen junge Lehrer davon.
Soll Deutschland einspringen um den Bailout gewisser Länder zu finanzieren?
Die EU in ihrer Fähigkeit Geld zu verschwenden überlegt sich momentan allen Ernstes Eurobligationen herauswachsen zu lassen.
Bundesobligation heisst: Deutschland, der Staat, steht ein für die durch die Obligation verbriefte Schuld.
Bei Eurobligationen wäre der Unterschied total vernebelt zwischen – noch – solventen Staaten und Staaten, die in einem bedenklichen Zustand sind.
Würde es nicht vor allem der Schaffung einer Europäischen Agentur bedürfen, die fähig ist “Eurobligationen” herauszugeben, wie es Jean-Claude Juncker, der luxemburgische Premierminister und Präsident der Eurogruppe angeregt hat? Sicherlich würde zunächst einmal Deutschland dadurch verlieren. Aber mittelfristig würde die Gesamtheit der Eurozone dadurch gewinnen.
Surtout, ne faudrait-il pas créer une agence européenne capable d’émettre des « eurobligations », comme l’a suggéré Jean-Claude Juncker, le Premier ministre luxembourgeois et président de l’Eurogroupe ? Certes, dans un premier temps, l’Allemagne y perdrait. Mais à moyen terme, l’ensemble de la zone euro y gagnerait.
QUELLE: http://bruxelles.blogs.liberation.fr
Der Gedanke ist schon frech: Wenn Rockefeller und ich unser Geld zusammenlegen – wer hat dann ein gutes Geschäft gemacht? Man kann natürlich sagen: Die durch Rockefeller und mich gebildete Gesamtheit ist finanziell gut gestellt. Aber wie war denn Rockefeller gestellt bevor er sein Geld mit meinen Penunzen zusammentat? Er hätte sich signifikant verschlechtert würde er solch ein Idiotengeschäft machen – er hat Milliarden, ich nicht – warum soll er dann einen Durchschnitt bilden? Natürlich hätte ich dabei gewonnen – vorher hatte ich keine Milliarden, jetzt schon.
Dieses Idiotengeschäft – für den Reichen wäre es einfach nur dämlich – wird allen Ernstes diskutiert in der EU. Es handelte sich dabei schon wieder einmal um ein Geschäft zu Lasten eines Dritten. Ein Geschäft zu Lasten Deutschlands. Zu Lasten der deutschen Steuerzahler.
Wenn Sie den Kopf in der Mikrowelle und die Füße in der Tiefkühltruhe haben, dann geht es statistisch Ihrer Gesamtheit gut. Ihre Gesamtheit hat dann die ideale Temperatur.
Wenn Deutschland endgültig auf dem Niveau eines Zweit-Welt-Landes angekommen ist und dadurch Länder sich halten konnten auf ihrem Level, dann geht es der Gesamtheit benissimo. Oder?
Siehe:
Schicksal des Euro – So einfach – Einfach logisch - Astrologisch
