Es gibt deutlich schlechtere Zeitungen als das Handelsblatt, das sich immerhin an eine nicht ganz anspruchslose Zielgruppe wendet. Nun macht sich das Handelsblatt mit einer offenkundigen Falschmeldung lächerlich: “Europa gehen die Europäer aus”. Der gesamte Artikel ist genauso dumm und verlogen wie schon die Überschrift. Hier ist er. Der Lohnschreiber des Artikels trägt den Namen Eric Bonse.
Mir fallen nur zwei Möglichkeiten ein:
- entweder ist dieser Journalistendarsteller wirklich so dumm, dass er die Begriffe “Europa”, “Europäer” und “EU” nicht unterscheiden kann.
- Oder er will vorsätzlich die Leser täuschen.
Reicht es bei Bonse nicht einmal dazu zu wissen was jeder Grundschüler weiss? Ist der journalistischen Lachnummer nicht bekannt, dass der Begriff “Europa” jahrtausendealt ist? Von den Griechen geschaffen wurde? Kann man als Journalistendarsteller wirklich so dumm sein das nicht zu wissen? Vermutlich steckt nicht Dummheit dahinter, sondern Absicht. Wir sind diesem Trick schon wiederholt begegnet. Er trägt die Nummer 4 auf unserer Liste
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Bonse schreibt “Europa” und meint aber “EU”. Er versucht Worte zu verdrehen. Er versucht den Begriff “EU” zu ersetzen durch das Wort “Europa”.
Europa gab es schon Jahrtausende bevor die Veranstaltung “EU” geschaffen wurde. Europa ist weit älter und weit mehr als die EU.
Ein Journalist arbeitet mit Wörtern. Wenn ein Journalistendarsteller unfähig ist den Unterschied zwischen “EU” und “Europa” zu erkennen, so wäre er vielleicht als Kloakenräumer geeignet aber ganz sicher nicht als Journalist. Aber vielleicht ist man ja ein klein wenig gekauft worden? In der EU verschwinden bekanntlich jährlich Milliardensummen. Alle Jahre wieder. Es ist erstaunlich wie unisono unsere MSM (Main Stream Media) über die EU berichten.
Der erste Satz des Artikels enthält auch die Gleichsetzung von Europa mit EU und obendrein die Suggestion die EU sei gut für Europa.
Ich greife aus der geballten Ladung der Desinformation des Machwerks nur noch eines heraus. Da steht zu lesen: “Die Hoffnungen auf eine effiziente, demokratisch legitimierte Führung Europas sind geplatzt.” Merkt der Schreibmietling Bonse nicht, dass er hiermit schreibt, die gegenwärtige Führung der EU ist NICHT demokratisch legitimiert? Aber es ist vielleicht zuviel verlangt von einem Schreibknecht zu erwarten er müsse fähig sein zu einem Umkehrschluß.
Bonse tischt die groteske Lüge auf das Machwerk der EU-Verfassung, des Vertrages von Lissabon gebe eine demokratisch legitimierte Führung. Das tut sie eben gerade nicht. Der Reformvertrag zerstört die Gewaltenteilung. Der Reformvertrag = Vertrag von Lissabon ist eine Diktaturverfassung. Man lese Art. 48 des Reformvertrages, er enthält in Absatz 6 etwas total undemokratisches, etwas der Gewaltenteilung Hohnsprechendes:
Simplified revision procedures
6. The Government of any Member State, the European Parliament or the
Commission may submit to the European Council proposals for revising all or part of
the provisions of Part Three of the Treaty on the Functioning of the Union relating to the internal policies and action of the Union.
The European Council may adopt a decision amending all or part of the provisions of
Part Three of the Treaty on the Functioning of the Union. The European Council shall act by unanimity after consulting the European Parliament and the Commission, and
the European Central Bank in the case of institutional changes in the monetary area.
Jede Regierung (=Exekutive) kann dem Rat (in den haben die Regierungen entsandt) Änderungen der EU-Verfassung vorschlagen. Der Rat s o l l einstimmig entscheiden, Parlament und Kommission werden nur konsultiert, zu sagen haben sie nichts. Da im Rat Vertreter der Exekutive sitzen kann folglich die Exekutive sich selber die Gesetze machen. Das schlägt der seit Montesquieu erkämpften Gewaltenteilung ins Gesicht.
Staatsrechtler Univ.-Prof. Dr. Schachtschneider nennt dies “Diktaturverfassung” (die Nummer des heutigen Art. 48 war zuvor die Nummer Art. 33):
Wenn Sie den gesamten Vertragstext lesen möchten, so folgen Sie diesem Link, er führt sie weiter zu der Website von Jens-Peter Bonde und enthält weiteres Material, zum Beispiel:
Der Innenminister von Italien und frühere Premierminister von Italien, Giuliano Amato, erklärte am 12. 07. 2007 in London öffentlich über den Reformvertrag (Vertrag von Lissabon, EU-Verfassung):
“They [EU leaders] decided that the document should be unreadable.”
“Sie beschlossen, daß das Dokument unlesbar sein soll.”
Siehe auch hier bei Telepolis: “Betrug am Bürger”
Deutschlandfunk berichtet am 8.5.2008:
“Der Lissabonner Vertrag sollte nach dem Willen der Regierungschefs unlesbar bleiben, [...]“
Statt EU-Agitation und EU-Propaganda zu betreiben, wie in genanntem Artikel geschehen, sollte das Handelsblatt seriös informieren. Die Printmedien brauchen sich nicht zu wundern warum ihnen die Leser weglaufen. Warum soll man Geld ausgeben um Desinformation zu erhalten?
Geld für Schweinejournalismus? Nein Danke.
