Wie man vermeidet von einem Kunstfälscher betrogen zu werden
Kunstfälschung ist älter als 2000 Jahre.
Astrologie kann auf zwei Arten den potentiellen Erwerber eines Kunstwerkes vor Betrug schützen.
Eine Möglichkeit ist: man betrachte das Geburtshoroskop des Verkäufers. Das setzt voraus: dessen Geburtsdatum inklusive Geburtszeit und Ort. Wer aber sagt, dass nicht zumindest die Geburtszeit gefälscht ist? Wenn man es mit einem Profi zu tun hat, so faked er auch ein Geburtsdokument. Hilfsweise reicht das Geburtsdatum + Ort + einige wichtige Lebensereignisse. Ein Beispiel betrachten wir sogleich.
Die andere Möglichkeit ist: Ein Stundenhoroskop mit der Astrologie Hamburger Schule: Schnell, wirksam, sicher.
Jetzt unser Beispiel:
Er wurde genannt: Der König der Fälscher oder Der Rubens der Philatelie.
Sein Geburtsname (*14.10.1884 in Pisa) war Giovanni Desperati. Daraus machte er nach einem Umzug nach Frankreich “de Sperati”.
Lebensdaten (Umzug, Heirat etc.) finden wir hier.
Ein Bild ist auf dem Cover dieses Buches.
Lebensdaten und Bild geben uns die Möglichkeit seine Geburtszeit herauszufinden, zu korrigieren.
Um 1909 erklärte der Berliner Sachverständige Max Their eine Fälschung von de Sperati für echt. Darauf verlegte sich de Sperati auf das Fälschen klassischer Briefmarken mit hohem Kurswert, die alle von den Experten für echt erklärt wurden.
1942 bekam er Meinungsverschiedenheiten mit der Staatsanwaltschaft. Durch den Krieg waren wertvolle Briefmarken als leicht zu versteckende Kostbarkeiten bei Flüchtlingen beliebt. De Sperati verschickte einen Wertbrief mit Fälschungen nach Lissabon. Dieser Brief wurde vom Zoll aufgegriffen. De Sperati wurde angeklagt wegen Steuerhinterziehung. Man hielt die kostbaren klassischen Briefmarken für echt und attestierte ihnen einen enormen Wert. Um die saftige Verurteilung wegen Steuerhinterziehung zu vermeiden versuchte de Sperati zu beweisen, dass es sich um Fälschungen von ihm handele. Aber man glaubte ihm nicht. Zunächst. Weil alle Experten schworen: “Diese Briefmarken sind echt.” De Sperati blieb nichts anderes übrig als seine Werkstatt zu zeigen und seine Produktionsmethoden zu outen. Der Prozeß war 1948.
Er tippte eigenhändig seine Produktionsmethoden nieder. Die wenigen erhaltenen Exemplare werden hoch gehandelt.
Zum Beispiel beim französischen Ebay. Da wurden 120 Euros verlangt für eine Fotokopie.
PHOTOCOPIE de “La Technique complète de la philatélie d’Art” de Jean de Sperati
Cet ouvrage comporte 119 pages et est signé par l’auteur aux première et dernière pages . Le cachet représentant le soleil de l’Uruguay, fétiche de Jean de Sperati est en page 1,
Exemplaire n°2 décrivant de façon très complète comment faire des copies de timbres. Cette méthode très intéressante est devenue obsolète avec les possibilités de reproduction actuelles.
Wesentliche Auszüge: ” Die vollständige Technik der Kunstphilatelie”. (So nannte de Sperati sein Fälschen.) “Auf der ersten und der letzten Seite signiert vom Autoren. Exemplar Nummer 2 beschreibt sehr vollständig wie man Kopien von Briefmarken herstellt. Diese sehr interessante Methode ist durch die aktuellen Methoden der Reproduktion veraltet.” (Das mag man glauben oder auch nicht. Und: Wer sagt, dass es sich bei dieser Fotokopie nicht selbst um eine Fälschung handelt?)
1954 verkaufte er alle seine Produktionsmittel für eine enorme Summe an die “British Philatelic Association”. Die hatte in ihrer Verzweiflung zu dem Mittel des Auskaufens gegriffen um ihn endlich zu stoppen. Desen ungeachtet blieb er eifrig weiter tätig. Man kann ein Genie schlecht hindern das zu tun wozu er geboren ist.
Heute sind die von de Sperati produzierten Marken ein eigenes Sammelgebiet und werden bei den Auktionshäusern Sotheby’s and Christies hoch gesteigert.
Viele Philatelisten freuen sich an teueren klassischen Briefmarken, die in Wahrheit Produkte von de Sperati sind.
Hier sein korrigierte Geburtshoroskop.
Wir sehen: ein Meister, eine Spitzenkraft. Leider verlegte er seine Hochbegabung auf das Fälschen. Aber er konnte nicht anders mit diesem Horoskop. In ihm, nebenbei, sind auch auf das Schönste seine Heirat enthalten, seine Divergenzen mit der Staatsanwaltschaft und seine präsumtive Geschäftsaufgabe.

Viele Grüße!