Im Oktober 2007 fragte ich öffentlich warum der Verein DAV seine Literaturliste für seine Prüfung nicht öffentlich zugänglich macht. Vielleicht kommt im Jahr 2008 die Antwort.
Wenn Du irgendeine Prüfung in der Computerbranche machen willst, so findest Du öffentlich zugänglich prüfungsrelevante Literatur und vor allen Dingen:
Dein Recht Dich auf Deine absolvierte und bestandene Prüfung
zu berufen ist nicht gekoppelt an eine Zwangsmitgliedschaft im Prüfungsunternehmen.
Wenn Du beispielsweise eine Prüfung bezüglich Windows bestehst
so mußt Du nicht bei Microsoft Mitglied sein um Dich darauf berufen zu dürfen.
Beim Verein DAV (Deutscher Astrologen-Verband) e.V. darfst Du Dich auf Deine bestandene Prüfung nur berufen wenn und solange Du Vereinsmitglied bist (Satzung DAV § 8 (2)).
Es existiert vom Verein DAV e.V. keine öffentlich allgemein für alle astrologisch Interessierten zugängliche verbindliche prüfungsrelevante Literaturliste.
Um sie zu erhalten muß man Vereinsmitglied sein.
Die Literaturliste ist sehr wichtig: an ihr kann der Prüfungsinhalt abgeschätzt werden, der Prüfling kann beurteilen was er wissen und können muss.
Gleichzeitig suggeriert der Verein – beachte das Wort “hingegen”:
| Zitat: |
| Wer mit seinem Namen hingegen für Qualität astrologischer Arbeit bürgen möchte, der erwirbt den Titel “geprüfter Astrologe DAV / geprüfte Astrologin DAV” – denn diese Bezeichnung dürfen nur jene führen, die nachgewiesen haben, dass sie das Handwerkszeug der Astrologie beherrschen und Beratungen verantwortungsvoll durchführen. |
Was ich hingegen von einigen wichtigeren Figuren des DAV
an Publikationen kenne weckt meinen Argwohn. Zwei Beispiele folgen.
Öffentlich in Verkehr gebracht von Protagonisten des DAV
wurden evident unrichtige “astrologische” Statements, Beispiele folgen, daher, finde ich, hat die astrologisch interessierte Öffentlichkeit
das Recht zu erfahren:
Wie sieht die offiziell vom Verein DAV e.V. empfohlene Literaturliste für die Verbandsprüfung aus?
Beispiele für evident falsche astrologische Statements:
Der langjährige 1. Vorsitzende des Vereins Dr. Peter Niehenke schreibt in „Astrologie Eine Einführung“ (Reclam, Stuttgart, 1994) auf Seite 225:
Zitat:
| Zitat: |
| „ Vor einigen Jahren kam eine Dame zu mir zu einer astrologischen Beratung. Sie hatte sich telefonisch angemeldet und mir dabei auch ihre Geburtsdaten angegeben. Nach unserem zweistündigen Gespräch erzählte sie mir, daß sie vor mir schon bei fünf Kollegen gewesen sei, meine Deutung sei allerdings die differenzierteste und die beste. Sie zeigte mir dann zum Vergleich die Arbeiten meiner Kollegen. Bei der Gelegenheit bemerkte ich, daß die Horoskope meiner Kollegen ganz andere Konstellationen aufwiesen als mein Bild. Ich stellte fest, daß ich mich bei dem Geburtsdatum um 20 Jahre geirrt hatte: ich hatte statt einer 3 aus meiner handschriftlichen Notiz ihrer Geburtsdaten eine 5 gelesen, so daß ihr Geburtsdatum statt in die dreißiger Jahre in die fünfziger Jahre fiel.“ |
Dies ist meiner bescheidenen Ansicht nach ein Zerrbild der Astrologie und veranlaßt mich den Inhalt, den Sinn und Wert der DAV Verbandsprüfung kritisch zu hinterfragen, denn, immerhin:
ein langjähriger 1. Vorsitzender des DAV spricht von ‘differenziertester und bester astrologischer Deutung’ bei etwas wo ein um 20 (zwanzig) Jahre abweichender Geburtstermin zugrunde gelegt wurde. Wieviel hat das mit Beherrschung des Handwerkszeugs zu tun und mit verantwortungsvoller astrologischer Beratung, frage ich mich.
Ein anderer Protagonist des DAV bringt in 2. (zweiter) Auflage astrologische Desinformation in Umlauf:
Es existiert ein “Lehrbuch der Stundenastrologie” von Erik van Slooten. In der 2. (in Worten: zweiten) Auflage finden wir auf Seite 39 eine Tabelle.
Diese in der 2. (zweiten) Auflage auf Seite 39 abgedruckte Tabelle enthält zwei Desinformationen.
Sie enthält zwei Fehler:
In der dritten Zeile steht bei Merkur bei seiner Erhöhung das mit einem Fragezeichen versehene Symbol für Wassermann zu lesen und bei seinem Fall ist das mit einem Fragezeichen versehene Symbol für Löwe zu finden.
Das ist grundfalsch.
Jahrtausendelang ist unstrittig, gehört zum kleinen 1×1 der klassischen Astrologie:
Merkur ist erhöht in Jungfrau, hat seine “Supererhöhung” auf 15° Jungfrau.
Merkur hat seinen Fall in Fische.
Im Vorwort zur 2. Auflage schreibt der Verfasser die 2. Auflage sei im Vergleich zur 1. Auflage fast unverändert geblieben, er habe nur einige kleinere Fehler korrigiert (und die Bibliographie aktualisiert).
William Lilly für weniger als 19 €.
In der englischsprachigen Ausgabe “Christian Astrology Book One and Book Two” von William Lilly für 26,37 $ siehe http://www.amazon.com und William Lilly eingeben,
findest Du in seiner Literaturliste (Bibliographie) rund 180 Autoren und ihre Werke.
Beim Verein DAV (Deutscher Astrolgen-Verband) musst du rund 80 € Mitgliedsbeitrag zahlen um überhaupt erst das Recht zu erwerben die Literaturliste für die Verbandsprüfung zu erwerben:
26.US Dollar = 18.62485 Euro (siehe http://www.bdb.de/html/reisekasse/waehrungsrechner.asp)
Dafür bekommst Du in einem Band zwei Bücher vom Meister William Lilly inklusive Literaturverzeichnis.
Vergleiche damit den Mitgliedsbeitrag vom DAV. Nach meiner Rechnung bekommt man für einen einzigen Jahresbeitrag zum gegenwärtigen Wechselkurs 4x Lilly’ s “Christian Astrology 1 + 2″.
Hier ein Beispiel für eine Literaturliste betreffs Stundenastrologie, meist gab ich das Erscheinungsjahr an, ziehe Deine Schlüsse aus den Jahren der Ersterscheinungen:
1.William Lilly “Christian Astrology”. 1647 geschrieben. Zieht die Summe aus seiner reichen Praxiserfahrung – 2000 Horoskope pro Jahr besprach er – und seinem autodidaktischen Studium der Werke der alten Meister. Alleine schon die Literaturliste in der englischen Ausgabe lohnt den Kauf. Die ersten beiden Bände behandeln Stundenastrologe = Horary.
2. John Frawley “The Real Astrology” “The Real Astrology Applied” “The Horary Textbook”
3. Anthony Louis “Horary Astrology Fast & Accurate Answers to Real World Questions” 1998. Anthony Louis ist Arzt und Psychoanalytiker. Dieses Buch ist ein Muss.
4. Dr. Lee Lehman Ph.D. “The Martial Art of Horary Astrology”. 2002.
5. Olivia Barclay “Horary Astrology Rediscovered. A Study in Classical Astrology” 1990. Mit Olivia Barclay begann die Revolution. 1980
versendete sie 100 Hektographien von William Lilly’s “Christian Astrology” an Freunde, Kollegen und Bekannte.
6. Derek Appleby “Horary Astrology” 1986.
Warum wird die für die Verbandsprüfung des DAV relevante Literaturliste nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich gemacht?
Vielleicht weil sie qualitativ zu wünschen übrig läßt?
Wenn ich mich zu entscheiden habe zwischen eben genannter Leseliste Stundenastrologie und dem “Lehrbuch der Studenastrologie” in dem auf Seite 39 zwei kolossale Falschinformationen sind, dann weiss ich jedenfalls wofür ich mich entscheide.
Wenn der Verein DAV schon nicht die gesamte Liste der prüfungsrelevanten Literatur öffentlich allgemein zugänglich nennt – in einem Auto darf man doch auch vor dem Kauf eine Probefahrt machen – so möchte er vielleicht die Teilliste der prüfungsrelevanten Literatur über Stundenastrologie (Horary) der interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen?