Dezember 8, 2007...12:05

Warum es gefährlich ist Astrologe zu sein

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Astrologe zu sein ist gefährlich. Es kann brandgefährlich sein.
Vorbemerkung
Bekannt ist:
Im alten Rom und bei dem Verbrecherregime der Nazis wurden ernsthafte Astrologen verfolgt.
Nebenbei: die Liste der vom Naziregime verfolgten Astrologen liest sich wie ein Gotha. Die Gestapo wusste sehr wohl zwischen Schwaflern und ernsthaften Astrolgen zu unterscheiden. Um sich ein lebendiges Bild zu verschaffen lese man beispielsweise Erich Carl Kühr “Psychologische Horoskopdeutung” Vorwort zu Teil II.
Den Schwätzern geschah nichts. Falls es also in unabsehbarer Zeit erneut zu einer Astrologenverfolgung kommen sollte können gewisse (weite) Kreise völlig unbesorgt sein.

Was geht uns eben Genanntes an?
Ernsthafte Astrologie hat zwei Gefahren:

1.
Sie ist imstande klare deutliche Aussagen zu treffen. Sie kann ungeheuer treffende Psychogramme, Persönlichkeitsbeschreibungen, Landkarten der Psyche liefern. Man stelle sich das vor, angewandt auf Herrschende. Sie kann Ereignisse diagnostizieren, ob ein Ereignis so stattgefunden hat, wie es dargestellt wird. Die Gefahr hier besteht darin: welcher Kartenspieler hat es gern, wenn die Mitspieler sein Blatt kennen?

2.
Ernsthafte Astrologie (die Astrologie, die nachprüfbar und beweisbar praxisfeste Resultate liefert) widerspricht dem modernen Weltbild. Sie widerspricht dem neuzeitlichen Weltbild, das unter anderem gekennzeichnet ist durch Rationalismus, Empirismus, Positivismus, Reduktionismus, Materialismus, Utilitarismus. Das Gemeinsame aller eben genannten Ismen ist die Negierung der Transzendenz.
Ernsthafte Astrologie nagt am Lieblingsbelief der Moderne.
Das macht sie – langfristig – gefährlich für das etablierte Weltbild.

Verteidigungsmechanismen:
Zur Verteidigung werden die folgenden Mittel und Methoden verwendet. Den Schritt 5 haben wir – noch? – nicht erreicht.
Erster Schritt:
Lächerlichmachen. Das ist einfach bei dem verbreiteten Zerrbild der Astrologie wie es in den meisten Medien dargestellt wird. Da wird so getan als behaupte die altehrwürdige Astrologie es seien fundierte Aussagen zu treffen alleine mit dem Stand der Sonne in einem der 12 Tierkreiszeichen. Natürlich ist das ein Blödsinn. Das wurde niemals behauptet von der ernsthaften Astrologie. Es wird heuzutage behauptet von windigen Geschäfts”astrologen”. Und es wird immer und immer wieder in Medien so dargestellt. Immer wieder drückt uns das bebilderte Blatt “Der Spiegel” sogenannte Untersuchungen aufs Auge in denen angeblich die Astrologie widerlegt wurde. Diese Untersuchungen haben alle denselben Mangel: sie handeln nicht von Astrologie sondern sie handeln nur von einem angenommenen Zusammenhang zwischen Sonnenzeichen (die oft genug fälschlich “Sternzeichen” genannt werden) und irgendwelchen Charaktermerkmalen oder sozialen Merkmalen.
Es wird also behauptet die Astrologie zu prüfen aber in Wahrheit wird ein Zerrbild der Astrologie geprüft.
Wer nur Sonnenzeichen (sogenannte “Sternzeichen”) für die Untersuchung heranzieht betreibt ich weiß nicht was, auf jeden Fall betreibt er keine Astrologie.

Zweiter Schritt:
Man unterminiert die Astrologie. Man kastriert sie. Man lässt viele (alle) der jahrtausendelang bewiesen bewährten praxisfesten Regeln unter den Tisch fallen. Das geschah im 20. Jahrhundert. Siehe beispielsweise Alan Leo. Siehe Thomas Ring. Man kastrierte die Astrologie. Mit der nur psychologisierenden Astrologie, oft genug noch verbrämt in irgendwelche Theosophismen, lassen sich keine klaren, eindeutigen, konkreten Aussagen treffen, damit kann man beispielsweise die sehnsüchtige Frage einer Frau “Ich hätte so gerne ein Kind. Bekomme ich eins? Wenn ja, wann?” nicht beantworten (Beispiele finden sich in deutschsprachigen Foren). Da man mit dieser “Astrologie” nichts aussagen kann (dafür aber schwafeln, was auch in extenso getrieben wird) droht von ihr keine Gefahr. Man kann sie spielen lassen die lieben Kleinen.

Dritter Schritt:
Man schweigt die ernsthafte Astrologie tot. Das wurde einigermaßen erfolgreich in den letzten 60 Jahren im deutschsprachigen Raum praktiziert. Es gibt bis zum heutigen Tage immer noch Profiteure der 1941 erfolgten Astrologenverfolgung durch die Naziverbrecher. Diese Staatsterroristen vernichteten nämlich auch systematisch alle astrologischen Fachbibliotheken, die sie kannten und sie kannten praktisch alle. Auf diesem Kahlschlag und in dieser von den Nazis geschaffenen astrologischen Wüste in Deutschland machte es sich später mancher gemütlich, richtete sich häuslich ein, lehrte “Astrologisches” was mit dem, was in den von den Naziverbrechern vernichteten Büchern stand, gerade mal eben noch den Namen gemeinsam hatte.
Das Totschweigen funktioniert heute nicht mehr.
Internet verbindet uns mit Ländern in denen die astrologische Kultur ungebrochen lebt und – zudem – eine Renaissance seit den 1970-er jahren erfährt.

Vierter Schritt:
Man gibt zu daß eine andere Astrologie existiert. Aber man gibt deren Wucht, Power, Eindeutigkeit nicht zu. Man bekämpft sie öffentlich in Foren.
Das gelingt nicht auf Dauer.
Weil in aller Regel Sprachniveau und Bildungsniveau der so eifrig dagegen Wetternden deutlich auf minimen Level ist.
Mancher ist dabei, der das tat was Ernst Jünger sinngemäß “Aus der eigenen Beschränktheit einen Titel zu machen wissen” nannte, typisch dafür ist das Anstellen abstrakter Schwafeleien ohne auch nur eines der wichtigeren Bücher der traditionalen Astrologie gelesen, getestet, studiert zu haben.
Man vergesse in diesem Zusammenhang auch nicht wirtschaftliche Interessen.

Fünfter Schritt:
Verbot der ernsthaften Astrologie.
Vernichtung der Bücher.
Berufsverbote.
Astrologenverfolgung.

1 Kommentar

  • Hallo

    …und man unterstellt der Astrologie wundersame Fähigkeiten, zum Beispiel in der Mundanastrologie immer nur exakte Aussagen formulieren zu können (zu müssen).

    Dann wird der Herr Kunkel (Chef-Skeptiker auf Wahrsagecheck.de) natürlich die Tendenz, die ein Astrologe richtig beschrieb, als zu schwammige Aussage verkennen. Astrologie ist aber keine Wahrsagerei.

    …und da liefert man mal eine Statistik, die den Zusammenhang des Asteroiden Chiron (in Aspekt mit Merkur) und dem Schachspiel einerseits und der Berufsgruppe Manager andererseits verdeutlicht – und was heisst es dann: diese Statistik sei nicht aussagekräftig genug. Man führt also Statistiken zur Widerlegung an, und verweigert Statistiken ihre Gültigkeit, die Astrologie belegen können.

    In anderen Worten erwarten die Skeptiker auch hier ein Wunder von digitalen Signifikanzen: Also 100% Spitzen in der Statistik, als würden wir einen Faktor haben, der unbedingt und ausschliesslich für eine Fähigkeit oder Eigenschaft steht.
    Man braucht nicht viel Grips, um zu erkennen, dass solcherlei digitale Verkopft-heit (Nullen und Einsen, Schwarz und Weiss, Entweder das, oder das andere) das bekömmliche Weltbild durchsetzt hat. Aber nicht gerade den lebendigen und konstruktiven Kräften des Lebendigen entspricht. Also dieses digitale Denken ist an sich schon von einem Potential des Fehlerhaften durchsetzt.
    Wie sagte Adorno: Es kann nichts Richtiges im Falschen geben.

    So erkennen die Rationalisten auch nicht, was es heisst, Astrologe zu sein, oder von mir aus auch Kartenleger, weil auch dort ursprüngliche Symbole wirkend erkannt werden und interpretiert werden, in einem Rückschluss von Symbol auf Wirklichkeit.

    Was das mit Statistiken angeht, ist es überhaupt nicht die Methode, aus oben genannten Gründen, die Astrologie belegen zu können. Denn zunächst mal muss auch die richtige Fragestellung gegeben sein und man muss endlich aufhören an Wunder zu glauben. Dass jede Statistik, die Astrologie belegen will, die Skala sprengen müsste. Auch muss man aufhören, solche billigen Behauptungen aufzustellen, die Sonne im Widder entspräche zum Beispiel (der digitalen Wirkung) von Risikobereitschaft (da kommen einfach mehrere Faktoren zusammen, bis dass man sagen könne, jemand sei risikobereit). Da nützt es auch nichts, wenn man 1000000 Leute befragt, wenn die Fragestellung schon süffisant peinlich an der Sache vorbei geht.
    Eben, die Skeptiker oder Rationalisten haben selbst ein solches wunderliches Bild von der Astrologie, da ist es kein Wunder, dass sie dieses den Astrologen unterschieben.
    So wie ich den Elektriker als Strippenzieher verunglimpfe und den Atomwissenschaftler als Hypnotiseur, den nich habe niemals ein Atom gesehen. Grins.

    Weiteres habe ich noch hier geschrieben über diese Sache mit den Erklärungen der Astrologie: http://www.stefan-arens.de/astrologie/astrologie_erklaeren2.html

    Es tut doch mal gut, dem Unsinn der Skeptiker etwas entgegen zu setzen.

    Grüße


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